Von/by Jürgen Jehle
Ein Vater, der große Schuld auf sich lädt. Eine Mutter, die alles tun würde, um ihren Sohn zurückzubekommen. Ein Junge, der tot in einer Berliner Wohnung liegt. Eine Frau, deren Erinnerungen sie betrügen: Mit seinem neuen Thriller „Vater, Mutter, Tod” verdeutlicht der Berliner Autor Siegfried Langer die seelischen Abgründe von Menschen. #Horst und Edeltraut hat in den fesselnden Thriller reingelesen und dem Autor vier Fragen zu seinem neuen Buch gestellt:
Wie lange liegt Ihr letzter Mord zurück und wer musste daran glauben?
Hm, mal sehen. Heute Morgen stand jemand an der Supermarktkasse, der benötigte irre lange, bis er sein Kleingeld zusammengekramt hatte. Und dann tropfte da noch das Blumengießwasser des Mieters über mir auf meinen Balkon. Kann mich aber nicht mehr erinnern, in welcher Reihenfolge ich die zwei erledigt habe …
Spaß beiseite: In Ihrem neuen Roman „Vater, Mutter, Tod” geht es um häusliche Gewalt. Warum dieses Thema?
Wer möchte schon den x-ten Epigonen über einen psychopathischen Serienkiller lesen? „Häusliche Gewalt” bleibt gesellschaftlich ein Tabuthema, entsprechend ist es auch literarisch eher unterrepräsentiert. Und ich hatte dadurch die Möglichkeit, Anspruch und Spannung zu verknüpfen.
Ihr Romanheld, Kommissar Manthey will ein Kind retten – um jeden Preis. Was ist sein Motiv?
Mantheys eigene Geschichte ist – von der Seitenzahl her – deutlich weniger umfangreich als der Hauptplot. Dennoch stellt sie eine Art Spiegelung dar. Die Roman-Kontrahentinnen Jacqueline und Paula erinnern Manthey beide auf unterschiedliche Weise an das Schicksal seiner Frau und helfen dem Ehepaar Manthey schließlich, auch ihre eigene Vergangenheit aufzuarbeiten.
„Vater, Mutter, Tod” ist ein schneller und eindringlicher Thriller. Womit konfrontiert er den Leser, neben der Spannung?
Ich habe sehr bewusst eine nicht-chronologische Erzählstruktur gewählt wie etwa bei „Pulp Fiction”. Die psychische Verwirrung meiner Protagonistin Jacqueline sollte damit auch auf den Leser überspringen. Lange Zeit spiele ich mit dem Leser und lasse ihn genauso im Unklaren wie Jacqueline: Was ist Realität – und was ist Wahn?
Vater, Mutter, Tod, Thriller, von Siegfried Langer, ISBN: 9783548610511, 336 Seiten, Ullstein




